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Stress

Warum die Waage bei Stress lügt

Du isst diszipliniert, bewegst dich, und trotzdem zeigt die Waage plötzlich ein Kilo mehr als gestern — das ist kein Ausrutscher, sondern in den meisten Fällen schlicht Wasser, kein Fett. Cortisol beeinflusst nämlich nicht nur deinen Appetit, sondern auch deinen Wasserhaushalt: In hoher Konzentration kann Cortisol an dieselben Rezeptoren andocken wie Aldosteron, ein Hormon, das deine Nieren dazu anregt, mehr Natrium und damit auch mehr Wasser im Körper zurückzuhalten. Das Ergebnis sind Wassereinlagerungen, die sich auf der Waage genauso schwer anfühlen wie echtes Körperfett, aber nichts damit zu tun haben.

Dazu kommt, dass chronischer Stress leichte, unterschwellige Entzündungsprozesse im Körper begünstigt, und auch das bindet zusätzlich Wasser im Gewebe. Innerhalb weniger Tage können sich dadurch ein bis drei Kilo Unterschied auf der Waage ergeben — allein durch Stress, ganz ohne dass sich an deiner tatsächlichen Körperzusammensetzung etwas verändert hätte. Das ist auch der Grund, warum das Gewicht in stressigen Wochen wie eingefroren wirkt oder sogar steigt, obwohl du eigentlich alles richtig machst: Du siehst nicht dein tatsächliches Ergebnis, sondern eine Momentaufnahme deines Stresslevels.

Wie du die Waage sinnvoll nutzt

Der erste Schritt ist, tägliche Schwankungen gar nicht mehr als Ergebnis zu lesen, sondern als Rauschen, das dazugehört. Aussagekräftig wird die Waage erst, wenn du dich an einem Wochendurchschnitt orientierst statt an einem einzelnen Wert — wiege dich, wenn überhaupt, mehrmals die Woche zur gleichen Tageszeit und schau dir den Trend über zwei, drei Wochen an, nicht den Ausschlag von einem Tag auf den anderen. In besonders stressigen Phasen kann es sogar sinnvoll sein, die Waage für eine Weile ganz wegzulassen, weil die Zahl in solchen Wochen ohnehin mehr über deinen Cortisolspiegel aussagt als über deinen Fortschritt.

Genauso hilfreich ist es, andere Signale ernst zu nehmen: Wie sitzt deine Kleidung, wie ist dein Energielevel, wie fühlst du dich im Körper? Diese Dinge verändern sich oft schon spürbar, bevor oder auch ohne dass sich das auf der Waage zeigt — gerade weil Wassereinlagerungen echte Fortschritte so zuverlässig überdecken können.

Wenn dich die Zahl auf der Waage regelmäßig frustriert, obwohl du weißt, dass du dranbleibst, ist das oft ein Stress-Thema, kein Ernährungs-Thema.

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