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Stress & Essen

3 verschiedene Typen von Stressessern

Stress wirkt nicht bei jedem gleich aufs Essverhalten — und das erkläre ich auch immer wieder im Coaching, weil viele Frauen denken, mit ihnen stimme etwas nicht, nur weil sie anders reagieren als erwartet. Tatsächlich lassen sich grob drei Reaktionstypen unterscheiden.

Typ 1: Wer bei Stress mehr isst

Das ist der bekannteste und häufigste Typ: Cortisol steigert den Appetit, vor allem auf Zucker und Fett, und Essen wird zur schnellen Möglichkeit, kurzfristig runterzukommen. Wer so reagiert, greift bei Anspannung fast automatisch zum Essen, oft ohne wirklich Hunger zu haben.

Typ 2: Wer bei Stress weniger isst

Der Gegenpol: Manche Menschen verlieren unter Stress komplett den Appetit. Das liegt daran, dass akuter Stress zunächst Adrenalin freisetzt, und das drosselt die Verdauung bewusst — dein Körper stellt in diesem Moment auf Kampf oder Flucht um, nicht aufs Essen. Bei kurzem, intensivem Stress überwiegt deshalb oft erstmal der Appetitverlust; erst wenn der Stress länger andauert und Cortisol dominanter wird, kippt das bei vielen wieder Richtung Heißhunger. Wer diesen Typ bei sich erkennt, vergisst im stressigen Alltag oft schlicht zu essen, bis der Körper irgendwann mit Unterzucker oder Erschöpfung reagiert.

Typ 3: Wem es egal ist

Der dritte Typ isst weder mehr noch weniger — das Essverhalten bleibt bei Stress erstaunlich stabil. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen keinen Stress spüren, sondern dass ihr Nervensystem in der Lage ist, Anspannung zu regulieren, ohne dass sich das direkt auf den Appetit überträgt. Das ist keine Willensleistung, sondern meistens ein Zeichen für ein Nervensystem, das insgesamt weniger im Alarm- oder Erschöpfungsmodus feststeckt.

Was das für dich bedeutet

Der Punkt ist nicht, dich in eine Schublade zu stecken, sondern zu verstehen, dass dein Essverhalten unter Stress kein Charakterzug ist, sondern ein Signal deines Nervensystems — und je nachdem, welcher Typ du bist, brauchst du auch etwas anderes. Isst du bei Stress mehr, hilft es, dem Nervensystem zwischendurch kleine Momente der Beruhigung zu geben, bevor der Druck sich bis zum Heißhunger aufstaut. Isst du weniger, geht es eher darum, dir bewusst feste Essenszeiten zu setzen, auch wenn der Hunger gerade nicht spürbar ist, damit dein Körper nicht in ein Energieloch rutscht. Und gehörst du zum dritten Typ, heißt das nicht, dass bei dir alles in Ordnung ist — nur, dass sich dein Stress woanders zeigt als beim Essen, und es sich trotzdem lohnt, genauer hinzuschauen. Wenn du unsicher bist, wo du gerade stehst, findest du mit meinem Stress-Kompass in zwei Minuten eine erste Einordnung.

Egal, welcher Typ du bist — dahinter steckt immer dasselbe Nervensystem, das gerade versucht, mit zu viel Anspannung klarzukommen.

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